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In der Regierungszeit Julius Echters wurden im gesamten Fürstbistum Würzburg Einrichtungen der Wohlfahrtspflege reorganisiert und neu errichtet. So entstand in Rothenfels das Julius-Spital als Stiftung des Landesherrn. Der Bau wurde 1597-99 errichtet, die Gründungsurkunde der Spitalstiftung 1601 ausgestellt. Der zweiflügelige, dreigeschossige Bau fällt durch seine gewellten Giebel auf. An der Außenwand zur Hauptstraße verweist eine prächtige Wappentafel mit der Jahreszahl 1597 auf den Stifter und Bauherrn. An der Frontseite und an der Rückseite befinden sich weitere Inschriften beziehungsweise Wappen mit den Daten 1631 und 1578. Bemerkenswert sind die bis in die jüngste Zeit reichenden Hochwassermarken an der Nordostecke.
Das für die Stadt und das Umland hochwichtige Institut der Armen- und Krankenpflege war mit Einkünften aus Grundbesitz, Geldstiftungen und Darlehensgeschäften ausgestattet. Die Zahl der Insassen schwankte zwischen sechs in der Anfangszeit und 30 in der Schlussphase. Die Verwaltung der Spitalstiftung unterstand zunächst einem fürstbischöflichen, dann fürstlichen Beamten in der Burg, seit 1850 einem Ausschuss der Gemeindeverwaltung unter Leitung des Ortspfarrers.
Rothenfels war ursprünglich ein reines Ackerbürgerstädtchen. Allmählich siedelten sich Handwerker und Gewerbe an. Auch einige der Burg verbundene Adelige hatten Hausbesitz innerhalb der Stadt und Grundbesitz im Umland. Der mittelalterliche Ort war ummauert und mit der Burg zu einer Befestigung verbunden. Ihr heutiges Gesicht verdankt die Stadt vor allem den prächtigen Bürgerhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert entlang der Hauptstraße. Ihren wirtschaftlichen und politischen Höhepunkt erlebte sie in der Regierungszeit des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617), der auch die Neubauten der Kirche, des Rathauses und des Spitals veranlasste. 1595 wurden neue Stadttore errichtet, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Durchgangsverkehr zum Opfer fielen.
1803 kam das würzburgische Amt Rothenfels an die Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Seit 1814 gehört Rothenfels zu Bayern. Die Burg verblieb bis zu ihrem Verkauf an den katholischen Jugendbund Quickborn im Jahr 1919 beim Fürstenhaus. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie 1880/81 fand die Stadt Anschluss an das moderne Verkehrsnetz. Ansonsten war das 19. Jahrhundert die Zeit ihres wirtschaftlichen Niedergangs.
Die zahlreichen Kriege vom Bauernkrieg über den Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg hat Rothenfels unzerstört überstanden, wenn auch die Bevölkerung stets unter Besetzungen, Einquartierungen, Hungersnöten und Epidemien leiden musste. So blieb die Altstadt in ihrer Bausubstanz im Wesentlichen erhalten.
Die Bevölkerungsstruktur änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg einschneidend. Viele Flüchtlinge oder Umsiedler, die in der Burg und im Ort untergebracht waren, blieben als Neubürger hier. Heute sorgen Baugebiete im Norden der Stadt und auf dem Berg dafür, dass neuer Wohnraum zur Verfügung steht. Die Einwohnerzahl der kleinsten Stadt Bayerns hält sich seit Jahren knapp über eintausend.
Bergrothenfels, bald nach der Gründung der Burg aus Hofgütern entstanden, war seit dem Mittelalter neben Windheim und Zimmern ein Stadtteil von Rothenfels. Die Einwohner hatten städtisches Bürgerrecht. 1822 löste sich dieser Verband auf und wurde Bergrothenfels eine selbstständige Dorfgemeinde. Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform endete diese Periode durch Gemeinderatsbeschluss und Volksabstimmung nach 150 Jahren: Seit dem 1. Januar 1972 gehört Bergrothenfels wieder zur Stadt.
1999 konnte nach jahrzehntelangem Kampf ein Jahrhundertbauwerk eingeweiht werden: Die Ortsumgehung mit integrierter Hochwasserschutzanlage auf dem ehemaligen Bahndamm. Seitdem bleibt die Stadt vor Hochwasser bewahrt und muss sich der Durchgangsverkehr nicht mehr über das Kopfsteinpflaster der schmalen Hauptstraße quälen. Einwohner und Gäste wissen die endlich gewonnene Ruhe in dem idyllischen Ort zu schätzen.
In der Regierungszeit Julius Echters wurden im gesamten Fürstbistum Würzburg Einrichtungen der Wohlfahrtspflege reorganisiert und neu errichtet. So entstand in Rothenfels das Julius-Spital als Stiftung des Landesherrn. Der Bau wurde 1597-99 errichtet, die Gründungsurkunde der Spitalstiftung 1601 ausgestellt. Der zweiflügelige, dreigeschossige Bau fällt durch seine gewellten Giebel auf. An der Außenwand zur Hauptstraße verweist eine prächtige Wappentafel mit der Jahreszahl 1597 auf den Stifter und Bauherrn. An der Frontseite und an der Rückseite befinden sich weitere Inschriften beziehungsweise Wappen mit den Daten 1631 und 1578. Bemerkenswert sind die bis in die jüngste Zeit reichenden Hochwassermarken an der Nordostecke.
Das für die Stadt und das Umland hochwichtige Institut der Armen- und Krankenpflege war mit Einkünften aus Grundbesitz, Geldstiftungen und Darlehensgeschäften ausgestattet. Die Zahl der Insassen schwankte zwischen sechs in der Anfangszeit und 30 in der Schlussphase. Die Verwaltung der Spitalstiftung unterstand zunächst einem fürstbischöflichen, dann fürstlichen Beamten in der Burg, seit 1850 einem Ausschuss der Gemeindeverwaltung unter Leitung des Ortspfarrers.
Das Rothenfelser Alten- und Pflegeheim zog 2008 in einen Neubau in Hafenlohr um. Das seitdem leerstehende historische Gebäude wurde 2012 an einen Marktheidenfelder Architekten verkauft, der es nach gründlicher Sanierung mit seinem eigenen Büro und weiteren Gewerben beziehen will. So wird das Kulturdenkmal bald mit neuem Leben erfüllt.
Das Rathaus der mittelalterlichen Stadt stand an der Stelle unterhalb der Kirche, die heute vom Spital eingenommen wird. Das jetzige Rathaus in der Ortsmitte wurde auf Initiative des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn seit 1596 geplant und 1598/99 errichtet. Das Stadtwappen über dem Hauptportal mit der Jahreszahl 1595 wurde schon vorher gefertigt.
Baumeister war der Lohrer Steinmetz Michael Imkeller, der gleich anschließend auch das Rathaus von Lohr entwarf und baute. Die Ähnlichkeit der beiden Häuser mit reich verzierten Renaissance-Formen und prächtigen Toren ist unverkennbar. Die geschweiften Giebel und der Treppenturm gehören zum unverwechselbaren Rothenfelser Stadtbild. Die Inneneinteilung wurde vielfach verändert, im Untergeschoss sind die ehemaligen Remisen und das schöne Gewölbe erhalten.
Das Rathaus ist nach wie vor Sitz der Stadtverwaltung. Im Lauf der Jahrhunderte diente es auch anderen Zwecken wie Gericht, Gefängnis, Schule, Archiv, Stall, Lagerhaus und Arbeitsdienstlager. Ein interessantes Detail ist das Halseisen an der Frontseite als Zeichen drastischer Strafen in früheren Zeiten.
Die heutige Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ von Rothenfels stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Von einem mittelalterlichen Vorläuferbau ist nichts erhalten. Das Langhaus wurde im „Echter-Stil“ in gotischer Formensprache 1610/11 neu erbaut und 1614 eingeweiht. Baumeister war der Steinmetz Peter Meurer aus Kitzingen. Für den Chor wurde Steinmaterial aus der gotischen Kapelle des verschwundenen Klosters Mattenstatt bei Hafenlohr verwendet. Zwei Inschriftensteine aus Mattenstatt mit der Jahreszahl 1411 sind an der Nordostecke des Langhauses eingemauert. Der barocke Turm mit seiner für die Gegend einmaligen Kuppel und dem hohen Laternenaufsatz kam erst 1750 hinzu.
Der relativ kleine Bauplatz erbrachte einen ungewöhnlichen Grundriss der Kirche: Das Langhaus ohne Seitenschiffe mit tief eingezogener Empore, der Zugang nicht wie üblich von Westen, sondern in der nördlichen Längsseite, der Turm neben Langhaus und Chor gesetzt.
Das gotische Netzgewölbe im Chor ist mit dekorativen Pflanzenmotiven aus der Erbauungszeit der Kirche ausgemalt. Auffällig sind die wertvollen Ausstattungsstücke aus der Spätrenaissance: Sakramentshäuschen (1613), Kanzel (1616) und Taufstein (1613), allesamt gestiftet von dem Amtmann Philipp Christoph Echter von Mespelbrunn (1601-1630) und seiner Ehefrau Anna Margaretha von Bicken.
An den Wänden sind Grabsteine Rothenfelser Amtmänner und Keller und ihrer Verwandten und einige Grabplatten von Bürgern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert angebracht. Aus dem figürlichen Schmuck ragen eine Marienfigur der Würzburger Spätgotik (um 1480) und eine barocke Marienbüste (Ende 18. Jahrhundert) heraus. Stuhlwangen und Zunftstangen stammen aus der Barockzeit. Die jetzigen Altäre sind neugotische Arbeiten vom Ende des 19. Jahrhunderts. Der vorherige barocke Hauptaltar mit einem Gemälde „Mariä Himmelfahrt“ (1675) von Oswald Onghers befindet sich seitdem in der ehemaligen Klosterkirche Neustadt am Main.
Die Einwohner von Bergrothenfels gehörten kirchlich zur Stadtgemeinde Rothenfels. Sie besuchten die Pfarrkirche im Tal oder die Kapelle in der Burg. 1910 stellte Fürst Alois von Löwenstein einen früheren Repräsentationsraum in der Burg zur Verfügung, der als Dorfkirche ausgestattet wurde. Nach der Umwandlung der Burg in eine Tagungsstätte mit stetig wachsenden Veranstaltungen erwies es sich als unmöglich, dort regelmäßig Gottesdienst für das Dorf zu feiern. Auf Initiative des Pfarrers Karl Mehling (1912-1985) entstand 1959/60 die eigene Kirche „St. Josef der Arbeiter“ nach einem Plan der Aschaffenburger Architekten Goldhammer und Schmitt.
Das schlichte Langhaus mit der hangseitigen Belichtung und der freistehende Glockenturm sind ganz aus einheimischem rotem Sandstein erbaut. Bei der modernen Ausstattung durch Aschaffenburger Künstler fällt vor allem das raumhohe Wandgemälde an der Ostseite auf. Der Kirchenbau wurde nicht zuletzt durch enorme Spendenaufkommen und Eigenleistungen der Bevölkerung ermöglicht.
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